Tipps für erfüllte Partnerschaft

                                  

                                           

               

Tantrische Liebe

Zu Beginn der sexuellen Vereinigung richte deine Aufmerksamkeit auf das anfängliche Feuer und verharre darin, um die Gluthitze des Endes zu vermeiden. 
(Sutra aus dem Vigyana Bhairava Tantra)

Bleibt beim Vorspiel, strebt nicht dem Ende zu. Und wie macht man das? Um am Anfang bleiben zu können, muß man sich viele Dinge zu Herzen nehmen. Das erste ist: Faßt den Liebesakt nicht als ein Mittel auf, um irgendwohin zu gelangen. Benutzt ihn nicht als Mittel zum Zweck. Er ist in sich schon selbst das Ziel - er hat kein Ziel. Er ist kein Weg, der irgendwohin führt.

Zum zweiten: denkt nicht an die Zukunft, bleibt in der Gegenwart - und wenn ihr während des Vorspiels nicht in der Gegenwart bleiben könnt, dann könnt ihr es nie, da es in der Natur des Aktes liegt, euch in die Gegenwart zu werfen.

Erregung ist Energie. Ihr könnt sie verlieren, indem ihr zum Höhepunkt kommt. Dann seid ihr leer, und daraufhin fallt ihr in einen depressiven Erschöpfungszustand. Das mögt ihr für Entspannung halten, aber es ist ein negativer Zustand.

Tantra führt euch in eine höhere Dimension der Entspannung, und diese Dimension ist positiv. Ineinander verschmelzend geben sich die beiden Partner Energie. Sie werden zum Kreis, ihre Energie beginnt kreisförmig ineinander zu verschmelzen. Auf diese Weise geben sie sich Leben, sie erneuern ihre Lebenskraft. Dabei geht keine Energie verloren, sondern im Gegenteil, sie bekommen neue Energie, weil durch den Kontakt mit einem Partner jede einzelne Zelle stimuliert wird. Und wenn ihr euch in diese Stimulation fallen lassen könnt, ohne sie zum Höhepunkt zu treiben, wenn ihr in der Anfangsphase bleiben könnt, ohne heiß zu werden und statt dessen einfach eure Wärme austauscht, begegnet ihr einander. Der Liebesakt kann über sehr lange Zeit ausgedehnt werden. Ohne Ejakulation, ohne sinnlos Energie zu verschleudern, wird er zur Meditation, und dadurch werdet ihr zur Einheit.

Der tantrische Liebesakt kann so oft wiederholt werden, wie du willst - im Gegensatz zum gewöhnlichen Sexakt, bei dem man seine Energie verliert und warten muß, bis der Körper sich wieder erholt hat. Und kaum hat er neue Energie gesammelt, schleuderst du sie auch schon wieder heraus - das muß dir doch irgendwann absurd vorkommen! Damit verbringst du dein Leben - es ist wie eine Sucht. 

Wenn ihr nach einem tantrischen Liebesakt zurück auf die Erde kommt, seid ihr aufgestiegen, nicht gefallen. Ihr seid mit Energie geladen, ihr seid lebendiger und frischer als je zuvor. Und dieser ekstatische Zustand kann stundenlang, ja sogar tagelang anhalten. Das hängt davon ab, wie sehr ihr darin aufgegangen seid. 

(Auszug aus einem Diskurs von Osho zu diesem Sutra)

 

Bei Tantra geht es um mehr als Sex

 

Auch wenn Sexualität eine zentrale Rolle einnimmt, hat Tantra eine spirituelle Dimension. Stehle definiert dies folgendermaßen: "Tantra ist eine Lebensphilosophie, die den Körper verehrt und sexuelle Energie als positive Lebenskraft ansieht." An erster Stelle stehe hierbei die Selbstliebe als Voraussetzung für die Beziehungsfähigkeit. Die Ursprünge der Tantra-Lehre reichen mehrere tausend Jahre zurück. Tantra (in Sanskrit: "verweben" oder "ausdehnen") versteht sich als geistiger Erfahrungsweg. Am Ende soll Tantra nicht nur die Sexualität verändern, sondern allgemein zu mehr Lebensfreude und bewusstem Erleben führen. Ein wichtiges Element hierfür ist die Massage, die auch erotische Elemente enthält. Sie ist eine intensive sinnliche Erfahrung, bei der Körper und Seele in eine neue Harmonie gebracht werden.

 

Tantra als letzte Chance, die Beziehung zu retten

Häufig suchen Paare in Krisensituationen einen Tantra-Therapeuten auf. Er kann helfen, von der "langweiligen Bruder-Schwester-Beziehung" wieder zur erotischen Paarbeziehung zurückzufinden. Indem sich beide Partner als "sexuelle Wesen" neu entdeckten, werden sie auch für den anderen wieder interessant. Ob der positive Effekt jedoch längere Zeit anhält, hänge davon ab, ob das Paar die gelernten Übungen auch weiterhin regelmäßig praktiziere.

 

Atemtechnik steigert lustvolles Empfinden

Bei allen Tantra-Übungen ist es wichtig, die Verstandesebene zu verlassen. Dabei sei ein bewusstes, tiefes Atmen wichtig. Nach der Lehre des Tantra verbindet das Atmen uns mit unseren Emotionen. Ein flaches Atmen ist ihr zufolge typisch für Kopfmenschen und verhindere intensive Körperempfindungen. Tantra-Expertin Stehle sieht die Atemtechnik als wesentlichen Bestandteil der tantrischen Erfahrung. Als Beispiel führt die Expertin den so genannten "Feueratmen" an. Diese spezielle Atemtechnik aktiviere Hitze und Energie im Körper. Dabei fühle man sich ganz von Energie durchströmt und könne Lust stärker empfinden. Viele Tantra-Kenner setzen daher auch ihren Atem ganz bewusst ein, um beispielsweise einen Orgasmus länger und intensiver zu erleben.

 

Tantramassagen als intensives Erlebnis

Kernstück der Tantra-Übungen sind erotische Massagen, die sich jedem Teil des Körpers ausgiebig widmen, auch dem Intimbereich. Dabei setzt das Paar seine Hände, seine Körper, aber auch Federn, Felle, schmeichelnde Stoffe oder wohlriechende Öle ein. Die Massage soll Verspannungen lösen und Wohlbefinden schaffen. Die intensiven Berührungen vermitteln Nähe und Geborgenheit. Auch im Rahmen eines Gruppenseminars kann ein Paar solche Erfahrungen sammeln. Allerdings sollten Paare vorher genau für sich abklären, ob beide Seiten hierfür die nötige Toleranz mitbringen.

 

 

 

 


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